Rudel-Blog

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hier gilt das Prinzip "frei Schnauze"



... und so werde ich immer mal wieder zu bestimmten Themen meine persönliche Meinung kundtun. Nicht jeder muss meine Meinung teilen und es muss auch nicht immer gefallen, aber angegriffen fühlen sollte sich bitte keiner. Und somit wünsche ich vor allem viel Spaß beim Lesen.
08. Januar 2015

Achtung Giftköderwarnung!


Wie gerne hätte ich meinen ersten Wolfs Rudel-Blogeintrag einem Thema wie „Yuka die Katze“, „das Leben mit einem Zirkus“ oder „dem altersstarrsinnigen Steppenwolf Rocko“ gewidmet, aber nun hat sich doch ein Unwort des Jahres 2015 durchgesetzt: Giftköderwarnung!

Es ist nicht zu leugnen, es passiert und es gibt sie – Menschen, die Hunde oder aber deren Halter so sehr verachten, dass sie Tödliches mit Fressbarem vermischen, um Hunden damit die letzte Mahlzeit zu verabreichen.

Was nun? All „diejenigen welchen“, die Hunde vergiften einfangen und ebenfalls vergiften? Alle Warnungen im Umkreis von 100 km aufspüren, verzweifeln und nicht mehr mit dem Hund spazieren gehen? Oder aber bei jedem Bodenkontakt der Hundenase ein „Nein“, „Aus“, oder „Pfui“ zum Vierbeiner schmettern, in der Hoffnung das unsere Panik deutlich genug ankommt?

Spinnen wir diese Strategien doch einmal kurz weiter…
„Diejenigen welchen“ laufen leider selten mit bedruckten T-Shirts alla „Der tut nix . . . mehr !“ herum. Zudem würden wir zu paranoiden Wesen mutieren, wenn wir jedem Nachbarn in der Einkaufsschlange, der unsere Hunde einmal schräg angeschaut hat, unterstellen, er führe mit dem Hackfleisch und den Rasierklingen inmitten seines Wocheneinkaufes nur eines im Schilde. Mir erscheint diese erste Strategie weniger human als zerstörerisch.
Kommen wir zu den anderen beiden Strategien. Wir öffnen die Tür also entweder nur noch zum Lüften gegen den Geruch von aufgestauter Hundeenergie. Oder wir starten an der Haustür mit einer Karte voller Totenköpfe und laufen dann die nächsten Monate nur noch: zweimal links, Hund tragend bis zur Kreuzung, einmal rechts und wieder zurück. Hui, was ein Spaß (Ironie!!)

Es sollte also vielleicht noch eine alternative Strategie geben ...

Geben wir „denjenigen welchen“, die eventuell ein bedrucktes T-Shirt unter ihrer Jacke tragen doch einfach weniger Anlass einkaufen zu gehen.
  • Ja, die großen Geschäfte unserer Hunde an der Wallstreet und in Springfield dürfen nach Abschluss eingetütet werden.
  • Auch wenn ein Mensch beim Anblick unserer Hunde nicht gleich mit einer Eigenschweißtherapie beginnt, darf man beim Passieren gerne die eigenen Hunde an die Leine nehmen und die Straßenseite wechseln oder einen kleinen Bogen einleiten.
  • Sollte es dennoch einmal zu einer unerwünschten Anziehungskraft zwischen einem anderen Mensch und unseren Hunden kommen, so kann eine ernstgemeinte Entschuldigung von uns helfen.
Kommen wir nun zu unserer Angst vor Giftköderinvasionen. Angst ist super – sie dient als Schutzmechanismus in Situationen in denen wir ansonsten nur zu gerne zum Karussellfahren in einen Tornado hüpfen würden. Ein Gespür für Angst ist jedoch nur dann gesund, wenn es uns nicht die Handlungsfähigkeit nimmt. Wovor also genau haben wir Angst und was können wir dagegen tun?
  • Mein Hund frisst irgendwo etwas Giftiges und ich bekomme es erst mit wenn es zu spät ist.
  • Ich sehe meinen Hund etwas mit dem Maul aufnehmen, doch mein Rufen führt lediglich dazu, dass mein Hund zu schlingen beginnt.
Die Sorge gilt somit doch meist dem Schutz des eigenen Vierbeiners. Wie wäre es also mit folgenden Handlungsfähigkeiten:
  • Lernen wir am Verhalten unseres Hundes abzulesen, ob er gerade die Nachbarskatze, die nette Pudeldame von gegenüber oder aber die Mahlzeit von Herrn Tutnixmehr erschnuppert.
  • Seien wir ehrlich zu uns selbst und lassen unseren Hund nur dann ohne Leine laufen, wenn wir wissen, dass er mit dem Wort „Hier“ nicht nur eigentlich etwas anfangen kann.
  • Lasst uns unser Selbstbild aufbauen, in dem wir unterstreichen, dass eine Gassi-Runde auch dann erfüllend für unsere Hunde ist, wenn sie nicht in einem 40 Meter Radius entfernt von uns abläuft.
  • Und wenn wir unsere Stadtkarte von Totenköpfen befreien wollen, dann lehren wir unsere Hunde generell nichts mehr vom Boden zu fressen, etwas Bestimmtes liegen zu lassen, auszuspucken oder gar anzuzeigen und vermeiden Panikpusteln durch das Tragen eines Maulkorbes.
Achtung (!) - kleine Moralapostel: zu einem Ja gehört immer auch das Akzeptieren eines Neins, damit uns das Ja-Sagen langfristig Freude bereitet.

Eine Garantie wird uns kein Hund geben können, dafür sind die meisten einfach zu verfressen, doch wir hätten eine beruhigende Verlässlichkeit. Halten wir die Augen offen und werden aktiv.

Wie seht ihr das?

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